Namaste und los geht’s: Entdecke deine innere Ruhe
Was mir an unserem Ansatz zu Yoga-Meditation immer wieder auffällt: Viele kommen voller Erwartung, endlich „richtig“ meditieren zu lernen, als gäbe es einen geheimen Trick oder eine
perfekte Technik, die nur noch nicht verraten wurde. Aber nach den ersten Einheiten schleicht sich langsam die Erkenntnis ein—es ist weniger ein Lernen als ein Sich-Wiedererinnern.
Die gängigen Vorstellungen, man müsse während der Meditation völlig gedankenfrei sein, lösen sich auf, fast wie Nebel in der Morgensonne. Tatsächlich berichten die meisten schon
nach einigen Wochen, dass sie nicht „besser“ im klassischen Sinn, sondern freier im Umgang mit sich selbst werden. Es ist, als hätte jemand jahrelang versucht, auf einem Fahrrad
ohne Luft in den Reifen zu fahren, und plötzlich merkt man, das eigentliche Problem war nicht mangelnde Technik, sondern ein Missverständnis über das Ziel. An einem Mittwochabend,
als der Regen draußen gegen die Fensterscheiben trommelte, saß eine Teilnehmerin – nennen wir sie Anna – auf ihrer Matte und fragte mitten in der Stille: „Und was, wenn ich gar
nichts fühle?“ Diese Ehrlichkeit hat mich beeindruckt. Im Austausch darüber wurde klar: Es geht nicht um spektakuläre Erfahrungen, sondern um feine Veränderungen. Nach einigen
Wochen begann Anna, im Alltag kleine Pausen zu machen, ihren Atem zu spüren, ohne gleich eine Bewertung drüberzulegen. Genau da setzt unsere Methode an – wir führen durch Pratyahara
nicht nur zur Rücknahme der Sinne, sondern zu einer neuen Art, mit sich selbst zu sprechen. Plötzlich muss niemand mehr etwas „leisten“. Ich erinnere mich, wie jemand nach einer
geführten Visualisierung völlig überrascht sagte: „Ich habe mich zum ersten Mal nicht verloren gefühlt, sondern angekommen.“ Das ist kein abstraktes Ziel, sondern etwas sehr
Greifbares, fast Körperliches. Und dann gibt es noch diese Momente, die einen selbst als Lehrende überraschen. Einmal blieb nach einer Session eine Gruppe einfach sitzen, sprachlos,
und niemand wollte der erste sein, der den Raum verlässt. Es entsteht eine Art leises Wissen, das nicht benannt werden muss. Was früher als Disziplin oder Anstrengung empfunden
wurde, verwandelt sich in eine Fähigkeit zur inneren Navigation – ein echtes Gespür für die eigenen Zustände, auch außerhalb der Matte. Viele merken irgendwann, dass sie nicht nur
„besser meditieren“, sondern plötzlich mit Konflikten oder Unsicherheit anders umgehen. Manchmal ist das schon alles, was eine Praxis bewirken kann, und mehr muss es auch nicht
sein.
Anfordern